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Wie wird die Lohnfortzahlung bei Stundenlohn berechnet?

  • Aktualisiert
Bei einem variablen Lohnsystem stellt sich häufig die Frage, wie die Lohnfortzahlung gemäss Artikel 8 L‑GAV korrekt berechnet wird. Dieser Beitrag erklärt, welche Lohnbestandteile berücksichtigt werden und wie die Berechnungsgrundlage für die 88‑%‑Lohnfortzahlung entsteht. So stellen Sie sicher, dass die Auszahlung korrekt und nachvollziehbar erfolgt.

Was gilt als Berechnungsgrundlage?

Gemäss Artikel 8 L‑GAV basiert die Lohnfortzahlung für Stundenlöhner:innen auf dem durchschnittlichen Bruttolohn der maximal letzten 12 Monate. Dazu gehören alle regelmässigen und variablen Lohnbestandteile.

Diese Lohnbestandteile sind relevant:

  • Ausbezahlter Stundenlohn
  • Regelmässige variable Lohnteile (z. B. Zuschläge, Provisionen, Schichtzulagen)
  • Ferien- und Feiertagsentschädigungen
  • Erster Monatslohn (anteilig, falls vertraglich geschuldet)
Nicht berücksichtigt werden unregelmässige oder ausserordentliche Zahlungen (z. B. Bonus).

Überprüfung

  1. Relevante Lohnbestandteile 
    • Ermitteln Sie alle ausbezahlten Lohnpositionen der letzten 12 Monate, die in die Berechnung eingehen.
  2. Durchschnittslohn berechnen
    • Addieren Sie alle relevanten Lohnbestandteile und dividieren Sie die Summe durch 360.
  3. Lohnfortzahlung berechnen
    • Wenden Sie auf den durchschnittlichen Monatslohn den L‑GAV‑Satz von 88 % an.

Beispiel

Der Mitarbeitende erkrankt im September 2025 für 14 Tage. 
Der Mitarbeitende hat in den letzten 12 Monaten Fr. 11'080.10 verdient (Stundenlohn + weitere Positionen). 
Dies ergibt einen Tageslohn von Fr. 30.78 (Fr. 11'080.10/360).
 
Zu überprüfen bei der Lohnabrechnung unter Lohnoptionen

Der Mitarbeitende ist in diesem Monat 14 Tage krank. 

14 x Fr. 30.78 = Fr. 430.90 * 88% = Fr. 379.20 Lohnfortzahlung